Geschichten von drüben

Geschichten Von Drüben

Eine Hamburger Journalistin zieht Anfang 2005 aufs Land ins Herzogtum Lauenburg, 400 Meter vom ehemaligen Todesstreifen entfernt. Sie entdeckt das andere Deutschland, die ehemalige DDR und stellt fest, dass sie von den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, mehr weiß als von den Menschen „drüben“. Sie fragt, hört zu, schreibt auf. Herausgekommen sind 17 spannende, anrührende und auch komische  „Geschichten von drüben“. Sie erzählen von Ostdeutschen, die westwärts bis nach Amerika gegangen sind; von Westdeutschen, die sich im Osten niedergelassen haben; von  Fluchtversuchen, die im DDR-Gefängnis endeten; von DDR-Bürgern, die mit Stasi-Spitzeln und Sperrgebiet zurecht kommen mussten und von der Erfurter Sängerin Gerda Gabriel, die 21 Jahre nach dem Tod ihres Entdeckers Dean Reed einen neuen amerikanischen Freund fand.

Vorwort

Wo ist für uns Deutsche drüben?

Lange Zeit gab es dafür nur eine Richtung – gen Westen über den Atlantik nach Amerika. Mit der Teilung Deutschlands in zwei Staaten schrumpfte die Distanz um einige tausend Kilometer auf manchmal nur ein paar hundert lebensgefährliche Meter durch Minenfelder. Drüben – das war nun der „Klassenfeind“ BRD.

Nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 bezeichnete der Begriff plötzlich die entgegengesetzte Richtung. Die „von drüben“ sind jetzt die Westdeutschen, die in die Ex-DDR kommen.

Und wer sind wir heute – 20 Jahre nach friedlicher Revolution, Wende, Grenzöffnung oder Mauerfall? Sind wir Wessis und Ossis? Bürger der alten und Bürger der neuen Bundesländer?  Westdeutsche und Ostdeutsche?

Vielleicht sollten wir uns öfter an die übermächtige Losung der DDR-Opposition im Schicksalsjahr 1989 erinnern: „Wir sind ein Volk!“ Die im westdeutschen Burda-Verlag für die ostdeutschen Leser erscheinende Zeitschrift SUPERillu sagt es jede Woche noch griffiger mit ihrem Motto: „Zusammen sind wir super!“

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Foto: Martin Krause, Büchen

Kurz vor der Lesung in der Pfarrscheune zu Gudow am 1. Advent 2009: Petra Burghardt und der Hausherr, Pastor Martin Jürgens, der 2001 seinen Amtsantritt in Gudow verpasste, weil er noch als Militärpfarrer im Kosovo arbeitete; auch seine „Geschichte von drüben“ erzählt die Autorin in ihrem Buch